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Geothermie

Täglich steigt aus dem Inneren der Erde etwa die 2,5-fache Energiemenge auf, die wir weltweit brauchen. Das Nutzungspotenzial der Geothermie (oder auch Erdwärme genannt) für die Strom- und Wärmeerzeugung ist enorm. Sie steht unabhängig von Wetter und Tageszeiten konstant zur Verfügung.
Unter Geothermie versteht man die Nutzung der Erdwärme zur Gewinnung von Strom, Wärme- und Kälteenergie. Man unterscheidet zwischen der oberflächennahen Geothermie und der Tiefengeothermie.

In Deutschland verfügen drei Regionen über besonderes geothermisches Potenzial:

  • das Norddeutsche Becken
  • der Oberrheingraben
  • das Süddeutsche Molassebecken

Oberflächennahe Geothermie

Als oberflächennahe Geothermie bezeichnet man die Wärmevorkommen in bis zu 400 m Tiefe. Diese können in Form von Kombinationen aus Wärmepumpe und Erdkollektoren, -sonden, Energiepfählen etc. direkt nutzbar gemacht werden.

Tiefengeothermie

Als Tiefengeothermie bezeichnet man die Nutzung der Erdwärme in Tiefen zwischen 400 und 5.000 Metern. Im Vergleich zur oberflächennahen Geothermie sind dort die Temperaturen weitaus höher. Neben der Wärmeversorgung ist Tiefengeothermie auch für die Stromerzeugung nutzbar. Ab einer Temperatur von etwa 90°C ist eine wirtschaftliche Stromerzeugung möglich. Die geothermische Stromerzeugung in Deutschland steht noch am Anfang. Bis heute sind drei Anlagen in Neustadt-Glewe, Landau und Unterhaching in Betrieb.

Geothermiekraftwerk Unterhaching

Das Geothermiekraftwerk Unterhaching ist ein Erdwärmekraftwerk mit einer Leistung von ca. 3,36 Megawatt Strom und 38 Megawatt Fernwärme. Das Projekt im bayerischen Unterhaching liefert seit 2007 Fernwärme an die Haushalte der Gemeinde. In ca. 3.864 Metern Tiefe wird Thermalwasser mit einer Temperatur von 133°C gefunden und für Strom- und Wärmeerzeugung genutzt.